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Rosenkohl?! Lecker!

Wer hasst sie nicht, die Brassica oleracea var. gemmifera, gemeinhin als Rosenkohl bekannt. Jedenfalls kenne ich kaum jemanden, der bei dem Gedanken an die kleinen, grünen Röschen in Freudentaumel verfallen würde. Was soll man mit den Dingern auch anderes anstellen, als sie dämpfen, in der Pfanne braten, zu Tode kochen?

Dabei kann Rosenkohl ganz fabelhaft schmecken! Auf dem Markt ist er ja im Winter fast noch das am meisten ins Auge stechende Gemüse. Schade also, dass er so selten interessante Anwendung findet.

Meine Mutter bereitet Rosenkohl immer sehr lecker als Gemüse zu, und zwar so, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat. Dafür kocht sie die ganzen Röschen (ganz oder halbiert) in wenig Wasser gar und verarbeitet das selbige zu einer kalorienarmen „Bechamelsoße“ weiter. Dazu schwitzt sie Mehl in Butter an, rührt langsam das Wasser ein, kocht das Ganze auf und verfeinert das Sößchen mit wenig Sahne, Salz und Muskatnuss. Darin werden dann die abgetropften Röschen lediglich warm gehalten. So kann man ohne viel Aufwand eine „Sahnesoße“ für jedes beliebige Gemüse herstellen. Ein Gedicht!

Warum erzähle ich Euch das alles, wo uns doch die meisten der o.g. Zutaten verwehrt bleiben? Funktioniert auch auf Paleo! Ich habe das Ganze schon mit Kokosöl und Ghee, Kochbananenmehl, Knochenbrühe und Kokosmilch nachgekocht. Es schmeckt annähernd gleich gut!

Und dennoch war ich immer auf der Suche nach anderen Möglichkeiten, Rosenkohl zuzubereiten. Meistens ist er ja einfach nur trocken, und der typische, kohlige Geschmack sticht dann besonders hervor. Daran ändert sich meines Erachtens auch nichts, wenn man Zwiebeln und Speck zufügt, auch wenn das Ganze dann eine deftigere Note bekommt. Bald kam ich auf den Trichter, dass die Größe der Röschen entscheiden zum strengen Geschmack des Gemüses beitragen könnte. Die Idee, sie wie die Amis in feine Streifen zu schneiden, fand ich daher ziemlich interessant. Der Rosenkohl bleibt dadurch „saftiger“, da sich die zugefügte Garflüssigkeit mit dem Gemüse vermengt, statt neben ihm zu verdampfen. Und sofort fallen einem zahllose Variationsmöglichkeiten ein. Bingo!

Jetzt verstehe ich auch, warum amerikanische Paleolaner die Kohlnudeln so toll finden. Ich hielt davon anfangs so wenig, dass ich es nicht einmal ausprobieren wollte, aber das Glatte von Kohlblättern hat tatsächlich was von Nudeln, wenn man sich drauf einlässt… und so werden aus Rosenkohl mit etwas Fantasie: kurze Fadennudeln.

Am Wochenende machte ich also zu meiner Bolognesesauce hashed Brussles sprouts.

Rosenkohl so fein wie möglich hobeln. Mit dem Saft einer halben Zitrone pro 500g Gemüse gut vermischen. Fett in der Pfanne heiß werden lassen. Den Rosenkohl schnell darin wenden und mit einer Kelle Brühe ablöschen. Eine zerdrückte Knoblauchzehe zugeben und unter ständigem Rühren in kurzer Zeit gar werden lassen, um die leuchtende Farbe zu erhalten. Salzen und pfeffern, anrichten und mit einer Sauße servieren! Mmmmh!

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Winterliche Gemüsepürees

Ich gebe zu, dass auch ich „süßes“ Gemüse wie Pastinaken und Petersilienwurzeln eher stiefmütterlich behandle. Sie kommen bei mir vor allem beim wöchentlichen Ansetzen meiner Knochenbrühe zum Einsatz. Gebraten oder stückchenweise gegart mag ich sie wirklich gar nicht. Püriert schmeckt die leichte Süße dagegen unwiderstehlich, wie ich finde!

Dieses Püree eignent sich im Winter wunderbar als Beilage zu allem möglichen Fleisch und Fisch.

Grundrezept:

Gemüse bürsten und in Scheiben schneiden (mit Schale ist vollkommen ok), in einem Topf knapp mit Wasser oder Knochenbrühe bedecken und mit einer guten Prise Salz etwa 10 Minuten weich köcheln lassen. Derweil Petersilie hacken und gegen Ende der Garzeit hinzufügen. Mit dem Zauberstab pürieren und je nach Gusto einen ordentlichen Schwung eines festen Fettes der Wahl unterheben.

Funktioniert mit:
Möhren
Pastinaken
Petersilienwurzel
Süßkartoffel (geschält)
Rote Beete
Sellerie (geschält)

Lange glaubte ich nicht an die Nomato-Sauce, bis sie mir vor Kurzem durch Zufall selbst gelang: Man sollte dabei die rote Beete nicht überbewerten, zumindest verleiht sie der Sauce m.E. nicht den tomatigen Geschmack, nach dem man sucht. Aber mit einem relativ hohen Anteil an Pastinake – evtl. auch Sellerie – und nur wenig rote Beete für die Färbung klappt es ganz gut. Nach Belieben noch Oregano oder Basilikum zufügen!