Bestandsaufnahme nach einem Jahr AIP (inklusive Provokationsphase)

Vor mehr als einem Jahr, am 1. Oktober 2013, startete ich meinen Selbstversuch auf diesen Pfaden. Was lässt sich im Rückblick berichten, wie weit bin ich gekommen und was bleibt noch zu wünschen?

Vielleicht sollte ich von hinten anfangen. Vor vier Wochen bekam ich meine letzten Schilddrüsenwerte zurück. Zum ersten Mal seit Jahren sind sie – man halte sich fest – alle im Normbereich. Mein Hausarzt, den ich für einen guten, aber Neuem wenig aufgeschlossenen Schulmediziner halte, hat mich hormontechnisch offenbar ganz gut eingestellt. Dass die Ernährungsumstellung mitgeholfen haben soll, wie ich mehrmals in den Raum warf, bestreitet er jedoch nach wie vor rigoros. Es interessiert ihn im Übrigen auch nicht, wie diese Ernährungsumstellung eigentlich aussieht…

AIP-Abendessen in einer kleinen Stadt im Osten Indiens

AIP-Abendessen in einer kleinen Stadt im Osten Indiens

Nach meiner vierwöchigen Indienreise im August gab es zugegebenermaßen einen kleinen Einknick, was meine Gesundheit anging. Nachdem ich mich in Indien einigermaßen Paleo durchgebissen hatte – mithilfe meiner Freunde dort, die meiner Ernährungsweise sehr offen gegenüberstanden, und dennoch mit der ein oder anderen Ausnahme, z.B. Reis –, ging es mir erst mal nicht so gut, als ich wieder zurück war. Ich bekam wieder viele Pickel im Gesicht, meine Periode blieb aus (was sehr ungewöhnlich ist), ich hatte eine Zeitlang regelmäßig Sodbrennen, bekam eine Blasenentzündung und schnitt zu allem Übel auch bei meiner HPV-Untersuchung eher schlecht ab. Meine Müdigkeit war unerträglich. Zunächst ignorierte ich meinen Zustand und wollte endlich wieder mehr essen, neue Paleo-Backwaren und -Desserts ausprobieren, und dies bitteschön alles bei gleichbleibender Gesundheit. Aber meinem Körper ging das offenbar zu schnell.

Neu-Delhi

Mittlerweile glaube ich, dass der Ausnahmemonat Indien zwar Auswirkungen auf meinen Körper hatte (so machte meinem Immunsystem auch eine beide Beine und Unterarme übersäende Bettwanzenattacke während meines Aufenthalts ungemein zu schaffen). Aber auch mehrere gehörige Stressfaktoren privat und zurück in der Arbeit haben ohne Zweifel dazu beigetragen, dass es erst einmal bergab ging, als der Urlaub vorbei war. Und so schraubte ich alles wieder zurück auf Basisernährung (Eliminationsphase), und so langsam fühle ich mich wieder wohl in meiner Haut. Hat immerhin zwei Monate gedauert, und ich werde nie genau wissen, woran es tatsächlich lag…

All dies passierte wie gesagt in den letzten 8 Wochen. Wie aber sieht die Beurteilung meines gesamten AIP-Jahres aus? Mein Körper hat sich in vielerlei Hinsicht sehr verändert. Er reagiert viel deutlicher und hartnäckiger als früher – klar, ich achte natürlich auch ganz anders auf Zeichen jeglicher Art.

Verbesserungen:

  • Hashimotosymptome: nach einem Jahr sind die Antikörperwerte im Normbereich. Sie gingen stetig nach unten, es gab keine Schwankungen nach oben.
  • Blähungen und alles, was dazu gehört: fast verschwunden, vor AIP ein permanentes, nicht in den Griff zu bekommendes und sehr unangenehmes Problem.
  • Die anfänglichen ernsthaften (!) Verstopfungsprobleme haben sich in Luft aufgelöst. Besonders die Einführung von stärkehaltigen, unbedenklichen Gemüsesorten (Kochbanane und Taro), das Herumexperimentieren mit resistenter Stärke sowie der Verzehr von selbstgemachten, fermentierten Nahrungsmitteln (Kombucha, wilde Fermente) haben hier wohl einen nicht unmaßgeblichen Teil beigetragen.
  • Zähne: Meine übersensiblen Zähne sind schmerzunempfindlicher geworden. Vor AIP konnte ich keinen Luftzug oder kaltes Wasser aushalten. Geholfen haben hier meines Erachtens der regelmäßige Verzehr von Leber, Eigelb und pulverisierten Eierschalen sowie der Verzicht auf herkömmliche Zahncreme. Inspiriert hat mich v.a. dieser Artikel.
  • Körperliche Anstrengung: Beim Sport bin ich leistungsfähiger und falle danach nicht gleich ins Bett vor Erschöpfung. Ich trainiere einmal die Woche in einem Selbstverteidigungskurs, gehe joggen, wenn ich mich besonders energiegeladen fühle (hey, das kommt tatsächlich wieder vor!), mache morgens ein 7-Minuten-Training zum Aufwachen und gehe während der Mittagspause fast täglich eine Stunde spazieren. Auch Letzteres war vor AIP eher anstrengend für mich, und manchmal habe ich auch heute zwischendurch Tage, an denen mir alle körperliche Anstrengung schwerer fällt.
  • Erkältungen: treten sehr viel seltener auf und halten nicht allzu lange an, die Anfälligkeit bleibt aber bestehen. V.a. Klimaanlage und Durchzug knocken mich nach wie vor mit ziemlicher Sicherheit aus. Auf Trab halte ich mich im Falle des Falles mit Angocin, das erste Erkältungsmittel, das bei mir wirklich hilft. Meiner Heilpraktikerin sei Dank!

Was sich nur wenig bis nicht wirklich verbessert hat:

  • Trotz Magnesiumsupplementierung habe ich regelmäßig nächtliche Wadenkrämpfe.
  • Pickel: Auch wenn sich mein Hautbild sehr beruhigt hat, bleibt mein Pickelproblem und meine unreine Gesichtshaut bestehen. Das Kuriose ist: Die Pickel sind nicht mehr das, was sie mal waren… sie treten an den unmöglichsten Stellen auf (z.B. hinter dem Ohr), sind hart statt eitrig und entzünden sich gerne.
  • Trockene oder entzündete Gesichtshaut: habe ich immer mal wieder, z.B. beim Verzehr von Nüssen. Es entstehen rauhe Stellen, eine rote Oberlippe oder andere Entzündungsstellen im Gesicht, wenn ich das Falsche esse. Ich versuche dann, mit Ölmasken und seifenfrei der Lage Herr zu werden. Die Wurzel des Übels befindet sich allerdings stets ganz eindeutig im Körper.
  • Obwohl sich meine lähmende Müdigkeit schon sehr gelegt hat, habe ich regelmäßig mit ihr zu kämpfen. Ich hatte über lange Strecken hinweg krasse Schlafprobleme, in denen ich nicht einschlafen konnte, nicht durchgeschlafen habe oder morgens nicht rauskam. Mehr Schlaf (will heißen: früher ins Bett!) hilft eindeutig und sollte (auch von mir) nicht unterschätzt werden.
  • HPV bleibt bisher bestehen.

Ich will nicht verschweigen, dass ich bisher nur äußerst wenige Nahrungsmittel wieder erfolgreich eingeführt habe, z.B. Eigelb, bestimmte Gewürze, Ghee, sowie die meisten FODMAPS (die ich aber sicherheitshalber auf einem Minimum halte). Die Quantität spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Ich bin nach ein paar schlechten Erfahrungen jedoch eher vorsichtig geworden.

Zudem nehme ich so ziemlich die gesamte Palette an Nahrungsmittelergänzungen ein:

  • Vitamine: A, B-Komplex, C, D, E, K2
  • Magnesium
  • Zink
  • Selen
  • Folsäure
  • Biotin
  • Kupfer
  • Omega 3
  • zwei hochwertige Allround-Nahrungsergänzungsmittel auf Empfehlung meiner Heilpraktikerin, im Rahmen der Zellsymbiosetherapie
  • ein immunstärkendes Präparat im Rahmen der Mikroimmuntherapie, ebenfalls auf Empfehlung meiner Heilpraktikerin

Meine Hauptbaustelle ist nun die HPV-Infektion. Viele in der Paleo-Community schwören auf AIP auch bei HPV. Ganzheitlich arbeitende Ärzte und Heilpraktiker empfehlen die Mikroimmuntherapie. Zumindest hörte die Entzündung nach der Ernährungsumstellung auf zu bluten und der Befund verbesserte sich für etwas mehr als 6 Monate deutlich. Ich arbeite permanent daran und versuche mein Bestes – therapeutisch, ernährungstechnisch und auch psychisch, denn es ist kein gutes Gefühl, einen Virus in sich zu tragen, den man gar nicht merkt. Die Schilddrüse hat bei einem Schub jedenfalls immer aufgeregt geflattert, so dass ich wusste, wann wieder etwas im Busch war. Zumindest das ist mittlerweile eindeutig unter Kontrolle!

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16 Gedanken zu „Bestandsaufnahme nach einem Jahr AIP (inklusive Provokationsphase)

  1. Meike Apitz-Spreitzer

    Ich bin 38 Jahre jung und LEIDE seit 20 Jahren unter Hashimoto.
    Zum ersten Mal teste ich nun mein Befinden bei einer Ernährungsumstellung im Selbstversuch. Dazu lese ich viel. Leider gibt es von den Ärzten keine Unterstützung, geschweige denn Verständnis.
    Vielen Dank für den Report!

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Liebe Meike, mir ging es ähnlich. Ich kann Dir nur alles Gute wünschen und Dich dazu ermuntern, es einfach einmal zu versuchen! Liebe Grüße, Maren

      Antwort
  2. Alex

    ich habe deinen blog vor ein paar tagen gefunden und wegen dir und deinen Erzählungen auch festgestellt, dass ich „etwas“ mit der Schilddrüse habe. Vorher war mir das gar nie richtig bewusst, doch nun arbeite ich daran.
    Was dein Problem mit den Pickeln und der unreinen Haut angeht, so kann ich Dir hier vielleicht helfen. Hatte früher ein ähnliches Problem, zudem war mein Haut immer ausgetrocknet und ich benötigte tonnenweise Hautcreme. Irgendwann bin ich dann auf einen Deutschen „Drogisten“ Peter Jentschura gestolpert.

    Und dabei auf seine Produkte, speziell sein „Basenbad“.
    Dies hilft die Säure die im Körper entsteht abzutransportieren und AI, sowie Stress, als auch Tierische Lebensmittel, verursachen viel Säure im Körper.
    Bei solch einem Bad wird quasi unser größtes Organ „die Haut“ genutzt um die Schadstoffe abzutransportieren.
    Pickel, trocken Haut usw. sind nichts weiter als die Folge von Säuren bzw. die Säure das Ergebnis von einer falschen Körperreaktion.
    Ich habe Menschen mit Neurodermitis gesehen die sich mit solchen Bädern regeneriert haben und heute keine Schuppenflechten mehr auf der Haut haben und auch keine Medikamente mehr nehmen.
    Dar Prinzip ist einfach. Die Schadstoffe werden über das Basenbad „Meine Base“ ausgeleitet und die Mineralien / Vitamine „Wurzelkraft“ werden wieder zu einem Depot aufgebaut um sich gegen erneuten Stress zu wappnen.

    Für mich hat sich das absolut ausbezahlt. Ich habe eine super reine und feine Haut, benutze keine Bodylotion mehr, auch keine Deo, nur immer jenes Basenpulver und es geht mir besser den je. Stress habe ich auch viel, da ich 3-5x die Woche CrossFit trainiere und selbst nach so einen harten Training springe ich (und auch andere Kollegen vom CrossFit) einfach in die Badewanne mit Basenbad und danach bin ich wieder top fit, frisch und wach.

    Wäre doch toll wenn das auch bei Dir funktionieren würde. Ein Versuch wäre es allemal wert, aber dass musst du für dich selbst entscheiden.
    Ich möchte Dir gerne etwas zurück geben, da Du mir mit deinem Blog schon sehr viel gegeben bzw. geholfen hast.

    Danke Dir vielmals
    Liebe Grüsse
    Alex

    Jentschura : http://www.p-jentschura.com/de/ueber-uns/ueber-dr.-h.-c.-peter-jentschura

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Lieber Alex, danke für den Tipp. Von „Meine Base“ habe ich schon viel gehört, man kann damit auch über die Füße entgiften und Schwermetalle ausleiten. Ich habe einen Bottich Epsom-Salz zu Hause. Was die Schilddrüse angeht: Ich würde nicht im Alleingang aufgrund bestimmter Symptome auf einen Schilddrüsendefekt schließen, sondern mir das auch vom Arzt bestätigen lassen. Aber unabhängig davon kannst Du die Sache mit der Ernährung auf jeden Fall mal ausprobieren. Respekt vor Deinem Trainingsplan: Viele Cross-Fitter ernähren sich übrigens Paleo! Beste Grüße, Maren

      Antwort
  3. Lisa

    Liebe Maren
    Vielen Dank für Dein Update! Find es klasse, dass Du dran bleibst und es schon so viel besser geworden ist! Wäre toll, wenn es bald eine Übersetzung von Sarah Ballantynes Buch gäbe, und das AIP in Deutschland noch etwas bekannter!

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Liebe Lisa, die Übersetzung ist bereits in Arbeit. Ich wünsche mir auch, dass immer mehr Leute von AIP profitieren werden. Viele Grüße, Maren

      Antwort
  4. Rohrer

    Guten Tag liebe Maren
    Ich bin sehr begeistert von deinem Blog. Vor einem Jahr habe ich auch die Diagnose Hashimoto erhalten. Jedoch kein Arzt hat mich darauf hingewiesen, die Ernährung in irgendeiner Form anzupassen. Ich werde nun am 1. Februar mit der Eliminierungsphase starten. Seit über zwei Wochen, fahre ich mit vielen Produkten langsam runter, Kaffee, kein Brot oder sonstige Weizen, Zucker etc.
    Ich bin sehr gespannt, was mein Körper dazu meint.
    Auf jedenfall möchte ich Dir danke, dass Du einen so tollen Blog ins Leben gerufen hast.
    Danke Carole

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Liebe Carole,
      Dein Interesse freut mich sehr! Ich bemühe mich, habe aber leider gar nicht so viel Zeit zum Bloggen wie es mir lieb wäre. Für die Umstellung wünsche ich Dir viel Ausdauer und Durchsetzungsvermögen, Du wirst sie brauchen. Aber immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels, und ich versuche mit dem Blog ja auch, anderen die Angst dafür zu nehmen, ihren inneren Schweinehund zu überwinden. Bei Fragen kannst Du Dich ja gerne melden!

      Liebe Grüße,
      Maren

      Antwort
  5. Philomena

    Liebe Maren,

    würdest du mir verraten welche Biotin, B-Komplexe, Zink und Selen Präparate du genau nimmst?
    Falls du sie hier nicht nennen darfst oder willst, würde ich dich per Mail nochmal kontaktieren.
    Liebe Grüße
    Philomena

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Ich nehme ein Multipräparat, das mir meine Heilpraktikerin empfohlen hat. Da diese Empfehlung im Zuge einer individuellen Therapie, die nicht nur Hashimoto betrifft, ausgesprochen wurde, werde ich hier nicht blind irgendetwas weiterempfehlen. Achte bei der Auswahl darauf, dass das NEM kein Gluten und keine Laktose enthält, und lass Dich ggf. ebenfalls Deiner Befürfnisse entsprechend beraten.

      Antwort
  6. Sarah

    Hallo Maren!!
    Ich bin mittlerweile total verwirrt- nicht wegen aip, das klingt für mich alles wahnsinnig plausibel- habe vor ca. 2 Monaten damit angefangen- wobei ich in meinem Fall noch nicht von Ausschlussdiät sprechen kann, da ich leider noch rauche ( Nachtschattengewächs) und mein Espresso jetzt zwar mit Kokosöl trinke, aber ich komme davon eben noch nicht ganz weg. Jetzt habe ich auch noch gelesen, dass L thyroxin Maisstärke enthält- hmmmmmmm…..
    Zudem habe ich jetzt seid zwei Wochen die Pille abgesetzt- so. Jetzt fühl ich mich total irre- echt- komplett gaga- Symptome- ja- aber die kommen und gehen gerade so schnell, dass ich gar nicht mehr sagen kann was das alles ist.
    Das für mich Verwirrende: nach einer Woche meines zwar nicht ganz astreinen aber immerhin zu 80% aip Versuchs ging es mir schon deutlich besser ( vor allem der geblähte Bauch) dann wurde es wieder etwas schlechter und wie gesagt, nach dem Absetzen der Pille total gaga- klar Hormonumstellung… Blah blah, aber – absetzen der Pille ist doch eigentlich gut- Ernährungsumstellung auch usw.- aber das alles bringt doch auch immer wieder das System durcheinander…
    Am Mittwoch hab ich einen Arzttermin – nicht gerade eine Hashi- Leuchte-da bin ich mal gespannt- vermute wieder Überfunktion und wieder thyroxin Senkung- das ist dich ein nicht auszuhaltendes auf und ab vor allem versteh ich nicht genau was da eigentlich passiert- mir gehts besser dann Überfunktion usw- um Himmels Willen, was passiert dann erst wenn ich aufhöre zu rauchen???

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Liebe Sarah,

      Bravo, dass Du so Vieles schon durchführst! Ich habe damals über Nacht alles umgestellt, was ziemlich krass war. Allerdings kann ich Dir aufgrund mangelnder Erfahrung nicht sagen, wie es ist, wenn man sich peu à peu umstellt. Natürlich ist es Vielen gar nicht möglich, einen solchen Wandel über Nacht umzusetzen. Das schrittweise Weglassen erfordert definitiv mehr Zeit, denn das Ziel sollte schon sein, die Eliminationsphase für mindestens 8 Wochen durchzuhalten. Die Wiedereinführungsphase dauert ja dann auch ziemlich lange…

      Vielleicht solltest Du das Ganze betont positiv angehen, nach dem Motto: „Wenn es mir jetzt schon so viel besser geht, wie geht es mir dann erst, wenn ich tatsächlich alles weglasse, was ich nun erst einmal nicht konsumieren soll?“ bzw. „Ok, vielleicht hängt es noch an den letzten Lastern, also muss ich davon jetzt endlich mal loskommen.“ Setze Dir vielleicht ein Zeitlimit, wenn Du diese Übergangsphase brauchst. Setze pro Woche eine Sache ab, die Du noch loswerden musst. Das einfachste zuerst…

      Lass Deinem Körper auf jeden Fall Zeit! Je nachdem, wie Du ihn davor behandelt hast, braucht er mehr oder weniger davon. Ich habe z.B. immer sehr bewußt gelebt, nie Fastfood, meistens Bio, kaum Fleisch (im Glauben, das sei gesund). Bei mir hat es dennoch über ein Jahr gedauert, bis die Antikörper unten waren. Mein Körper war zeitweise enorm durcheinander, ich hatte Phasen der absoluten Schlaflosigkeit. Jeder Körper reagiert anders, je nach Konditionierung und Vorgeschichte. Das muss jeder selbst für sich herausfinden, aber es ist ja nicht so, dass er Dir keine Zeichen gibt… Du wirst sehr bald lernen, auf Deinen Körper zu hören und die Zeichen ernst zu nehmen. Klar verarscht man sich auch mal selbst dabei oder will nicht darauf hören. Aber Dein Körper ist hartnäckiger als Du 😉

      Lass Dir auf jeden Fall immer Deine Laborergebnisse geben und hefte sie ab. Was mir am Anfang auch geholfen hat, ist ein Essenstagebuch, in dem ich aufgeführt habe, was ich wann gegessen habe und Buch geführt habe zu meinen Symptomen. Es ist wie beim Sprachenlernen: Du führst ein Vokabelheft und lernst die Wörter auswendig; die Grammatik hat Regeln und Ausnahmen, die man üben muss 😉

      Was die Maisstärke im L-Thyroxin angeht: Dr. Kharrazian stört das. Ich habe auch mit meiner Heilpraktikerin darüber gesprochen, aber sie meinte, das sei zu vernachlässigen. Es gibt natürlich Alternativen zu L-Thyroxin — Du kannst ja mal spasseshalber mit Deinem Arzt darüber reden. Er wird über Dein Interesse begeistert sein und Dir die zahlreichen Möglichkeiten, die Du hast, aufwendig unterbreiten. Lach! Fakt ist: Das Schweineschilddrüsenpräparat ist teuer und Du bekommst es von der Kasse nicht bezahlt (soviel ich weiß). Versuche es weiter mit L-Thyroxin oder sprich mit Deinem Arzt über kassentaugliche Alternativen, ich würde mein Hauptaugenmerk aber eher auf andere, wichtigere Aspekte lenken.

      Weiterhin viel Erfolg!
      Maren

      Antwort
  7. Lazareva

    Hi,

    interessanter Beitrag,

    ich habe auch Hashimoto und habe meine Ernährung auf vegan umgestellt. Meine Werte haben sich seitdem normalisiert und sind in einem super Bereich. Meine chronische Müdigkeit ist weg, ich faste 2 mal im Jahr und mein Ziel sind 3 Wochen. Ich habe auch Basenbäder genommen aber war da nicht diszipliniert genug.

    So meine Erfahrungen: ausser die Müdigkeit und Werte hat sich nichts verbessert. Meine Haut ist eher schlechter geworden und ich habe festgestellt, dass ich mit Kohlenhydraten Probleme habe. Meine Schuppenflechte ist gleich bzw bisschen schlimmer. Pickel werden weniger wenn ich sie drücke und ich habe eine 100% Feuchtigkeitspflege weil die Haut bei trockener Haut die ich auch bei veganer Ernährung habe viel Feuchtigkeit braucht.

    Ich bin dabei die Paleo AIP zu probieren und dann die Lebensmittel einzuführen um sie zu testen. Zurzeit leide ich an ständigen Blähungen Völlegefühl und Durchfall sobald Obst oder Hülsenfrüchte oder Getreide esse einfach Carbs obwohl keine Unverträglichkeiten habe.

    Ich bin sehr gespannt. Und ja entgiften ganz wichtig, da Fleisch ein schlechter Säurebildner ist, muss man natürlich darauf aufpassen dass wir entgiften über Zitronenwasser, Ingwer, Basenbäder, (ich faste jeden Montag) Trockenbürstenmassage, viel Wasser, Chlorella ist auch ganz toll, seit ich das genommen habe und ja seit ich vegan bin nicht einmal bin krank geworden.

    Grüße

    Antwort
    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Hallo Mariya,

      Danke für Deinen Kommentar! Wenn ich das richtig verstehe, bist Du Veganerin, die zu Paleo wechseln will? So ist es vielen ergangen, ich würde es an Deiner Stelle einfach mal ausprobieren. Es ist richtig, dass Fleisch ein Säurebildner ist, deshalb sollte man unbedingt im Überschuss vorwiegend grünes Gemüse als Ausgleich essen.

      Hülsenfrüchte und Getreide sind bei AIP und Paleo nicht erlaubt, Obst sollte man hier auch nur in Maßen essen. Nimm während der AIP-Phase regelmäßig Knochenbrühe zu Dir. Eine gute KH-Quelle sind Kochbananen, daraus kannst Du Chips machen.

      Liebe Grüße und bleibe am Ball,
      Maren

      Antwort
  8. Kristina

    Hallo Maren,
    Seit Januar ernähre ich mich nach dem AIP. Neben einer Schilddrüsenunterfunktion (es existieren nur noch winzige Teile), habe ich eine schwere Kolonisationsstörung der Darmflora, eine Dysbiose.
    Seit der Umstellung hat sich viel Positives bei mir getan.
    Die Verdauung profitiert täglich, das Hautbild, das gesamte Allgemeinbefinden hat sich sehr gut verbessert, bis hin zur positiven Entwicklung der psychischen Verfassung.

    Ich bin nun mitten in der Provokationsphase und hätte gern gewusst, wie es sich mit glutenfreien Produkten verhält und koffeinfreiem Kaffee. Dazu konnte ich noch keine Informationen finden.

    Ich bin sehr dankbar, von Paleo gehört zu haben.

    Liebe Grüße
    Kristina

    Antwort
    1. Maren Autor

      Liebe Kristina, während AIP würde ich von glutenfreien Nachbauten und Kaffee Abstand nehmen. Wenn Du sie während der Provokationsphase mit einbauen willst — probiere es eben. Glutenfreie Backwaren enthalten dennoch viele nicht empfehlenswerte Zutaten, und auch Kreuzreaktionen sind nicht auszuschließen. Kaffee ist ein Bohnengewächs, ich jedenfalls vertrage ihn überhaupt nicht. Aber da ist jeder anders. Viele Grüße, Maren

      Antwort

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