T3, T4, Reverse-T3, TSH, TPO… Individuelle Schilddrüsenmarker

So viele T’s! Sicher (und hoffentlich!) haben Sie sie alle schon einmal unter Ihren Blutwerten gesehen und waren froh, wenn sie im Normalbereich lagen… Es handelt sich um die sog. „Schilddrüsenmarker“, anhand derer Sie Ihr Schilddrüsenmuster bestimmen können. Den Zusammenhang zwischen all diesen T’s zu verstehen, wird Sie also ein gutes Stück weiter in Richtung Ihrer individuellen Situation sowie u.U. des für Sie geeigneten Medikaments bringen. Ein fähiger Arzt bestimmt mit ihrer Hilfe die optimale Einstellung Ihrer Medikamente, die in vielen Fällen idealerweise aus einer Kombination aus T3 und T4 bestehen sollten (bei Hashimoto).

Wichtig ist, dass Sie Ihre Werte mit den Funktionsbereichen abgleichen, nicht den Referenzwertbereichen, die mit Ihren Laborwerten angegeben werden. Letztere sind für Hashimoto-Patienten zu ungenau. Laut Dr. Kharrazian sind Referenzwerte pathologische Werte, die „in der Regel einfach nur die Durchschnittswerte aller Menschen sind, die bereits eine solche Blutuntersuchung haben machen lassen. […] Wir können davon ausgehen, dass zahlreiche dieser Menschen an nicht diagnostizierten Schilddrüsenkrankheiten leiden und ihre Blutwerte ebenfalls ‚mit in den großen Topf geworfen‘ werden, aus dem heraus die ‚Normwerte‘ definiert werden.“ Die Funktionswerte dagegen „veranschlagen das Risiko einer Krankheit, bevor sie sich entwickelt.“

Die folgende Aufstellung soll Ihnen helfen, Ihre Schilddrüsenwerte eigenständig zu interpretieren. Fragen Sie auch Ihren Arzt nach seiner Einschätzung!

TSH
Das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH, Thyreotropin) ist der wichtigste Faktor bei der Funktionsbestimmung der Schilddrüse. Es wird von der Hypophyse freigesetzt und steigt an, wenn T4 sinkt und umgekehrt. Die Untersuchung dieses Wertes ist keineswegs ausreichend für die Bestimmung einer Schilddrüsenstörung. Oft wird allerdings nur TSH gemessen. Ist TSH erhöht, weist dies auf eine Unterfunktion hin, und umgekehrt.
Funktionsbereich: 1,8-3,0 mlU/l

Gesamt-Thyroxin (gT4)
Dieses beinhaltet die Werte von gebundenem und freiem T4. Der Gesamt-T4-Wert kann durch viele Medikamente verfälscht werden. Die Bestimmung macht nur im Zusammenhang mit anderen Werten – z.B. die T3-Aufnahme – Sinn. Bestimmt man T4 zusammen mit der T3-Aufnahme, kann man die Aktivität von freiem T4 berechnen.
Funktionsbereich: 6-12 µg/dl

Freier Thyroxin-Index (fTI)
Wird durch das Multiplizieren der gT4-Werte mit der T3-Aufnahme ermittelt.
Funktionsbereich: 1,2-4,9 mg/dl

Freies Thyroxin (fT4)
Der Test auf freies Thyroxin (fT4) dient zur Bestimmung der Menge an freiem – stoffwechselaktivem – T4 im Blut. Freies T4 ist bei einer Überfunktion erhöht und bei einer Unterfunktion verringert. Ist der TSH-Wert bei normalem T4 erhöht, weist dies auf eine Unterfunktion hin.
Funktionsbereich: 1,0-1,5 ng/dl

T3-Resin-Aufnahme
Bestimmt die Anzahl der Bindungsstellen, an die sich aktives – ungebundenes – T3 an Proteine binden kann. Je mehr Bindungsstellen, desto niedriger die Aufnahme und desto höher der T4-Wert.
Funktionsbereich: 28-38 mg/dl

Freies Trijodthyronin (fT3)
Bestimmung des freien Hormons T3 dirch aktive Schilddrüsenhormone. Wird im Falle von Überfunktionssymptomen bei normalen FT4-Werten durchgeführt.
Funktionsbereich: 3,0-4,5 pg/ml

Reverses T3 (rT3)
rT3 wird in Fällen von extremem Stress gebildet. Ist T3 erhöht, liegt das oft daran, dass rT3 nicht ausgeschieden werden kann oder ein erhöhter Cortisolspiegel vorliegt.
Funktionsbereich: 90-350 pg/ml

TPO-Antikörper (= MAK)
Antikörper gegen Thyreoidea-Peroxidase, das Enzym, welches für die Bildung der Schilddrüsenhormone verantwortlich ist.
Funktionsbereich: < 35 Iu/ml

Tg-Antikörper
Richten sich gegen Thyreoglobulin.
Normalwert: < 100 U/ml

TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper)
Blockieren die TSH-Rezeptoren, weisen auf Morbus Basedow hin.
Normalwert: < 9 U/ml (TRAKhuman < 1 Ul/ml)


______________________________
Links zum Thema:
Datis Kharrazian: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln; Kirchzarten 2013; Kap. 4
„Erklärung der Schilddrüsenlaborwerte“ auf schilddruesenguide.de

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