Was ist Hashimoto Thyreoiditis?

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunkrankheit, die die Zerstörung des Schilddrüsengewebes durch Antikörper zur Folge hat. Unter diesen Umständen wird das Schilddrüsenhormon nur in unzureichendem Maße produziert, d.h. es entwickelt sich eine permanente Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreoiditis). Hashimoto ist der wichtigste Auslöser einer solchen Schilddrüsenunterfunktion.

Das Phänomen wurde erstmals 1912 von dem japanischen Arzt Haruko Hashimoto (1881-1934) in dessen Dissertation beschrieben, die er in einer deutschen Fachzeitschrift veröffentlichte. Kurzzeitig weilte er in Göttingen, Berlin und London, bevor er die Praxis seines Vaters in Japan übernahm.

Hashimoto beginnt zumeist mit einer allmählichen Vergrößerung der Schilddrüse, was bisweilen mit Heiserkeit oder Atembeschwerden einhergeht. Zunächst reagiert die Schilddrüse mit der Produktion des Hormons, um den Mangel auszugleichen. In dieser Phase sind die Hormonwerte noch unbedenklich (erhöhte TSH-Werte bei normalen T4- und T3-Werten), Symptome können sich aber schon einstellen. Nach und nach wird die Schilddrüse zu schwach, um der Zerstörung standzuhalten und stellt die Hormonproduktion ein.

Es gibt zwei Arten von Antikörpern, die mit Hashimoto in Zusammenhang stehen: In den meisten Fällen handelt es sich um Schilddrüsen-Peroxidase-Antikörper (TPO-AK) oder aber Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK).

Symptome
Die Krankheit ist unsichtbar, ihre Symptome sind dennoch vielfältig und werden oft nicht mit Hashimoto in Verbindung gebracht. Da Hashimoto oft auch mit anderen Autoimmunkrankheiten einhergeht, kommt erschwerend hinzu, dass Symptome oft nicht eindeutig zugewiesen werden können.

Die häufigsten von Patienten beklagten Symptome sind:

  • unnatürliche, lähmende Müdigkeit, chronische Müdigkeit
  • Schwierigkeiten, abzunehmen
  • Depression
  • Angst- und Panikzustände
  • Antriebslosigkeit
  • Schmerzen am oder im Körper
  • eingeschränkte Libido
  • Kälteempfindlichkeit, kalte Gliedmaßen (Füße, Hände, Gesäß, Knie)
  • Wassereinlagerungen
  • Neigung zu sehr trockener Haut
  • Hautausschläge
  • Fibromyalgie
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Haarausfall, oft büschelweise
  • Verstopfung
  • Gedächtnisschwierigkeiten
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • körperliche Schwäche, Puddingknie
  • Blässe der Haut
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Auslöser
Unter Voraussetzung der genetischen Veranlagung (Hashimoto wird schnell vererbt) können ein erhöhter Iodkonsum, bakterielle und virale Infekte, Hormonungleichgewicht, Giftstoffe und die Einnahme bestimmter Medikamente zu Hashimoto führen. Schlechte Ernährungs- und Lebensweise führen zudem zu einem geschwächten Darm, der dann die Ursache für eine Autoimmunkrankheit sein kann. Laut Dr. Kharrazian „können chronische Blutzuckerschwankungen und ein angegriffener Darm [sowie Nebennierenprobleme] zu einer funktionellen Hypothyreose oder einer Hashimoto Thyreoiditis führen.“  

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Quellen:
Izabella Wentz: Hashimoto’s Thyroiditis. Lifestyle Interventions for Finding and Treating the Root Cause; 2013.
Datis Kharrazian: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln; Kirchzarten 2013

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