Kraftbrühe – ein echtes „Superfood“

Typisches Frühstück und Zwischenmahlzeit: eine nahrhafte Kraftbrühe

Typisches Frühstück und Zwischenmahlzeit: ein Teller nahrhafte Kraftbrühe

Die typische Kraftbrühe kenne ich noch aus meiner Kindheit. Bis heute kocht meine Mutter regelmäßig Brühe aus Rinderknochen und verwertet gleichzeitig alle brauchbaren Bestandteile zu leckeren Einlagen, z.B. das Mark für Markklößchen (leider nun tabu für mich wegen der eingeweichten Brötchen, aber das Mark in der Suppe geht natürlich auch!) oder Suppenfleisch. Seit ich von Zuhause ausgezogen bin, habe ich diese Brühe nur noch selten gegessen, geschweige denn selbst hergestellt – das war mir viel zu aufwendig…

Jeder kennt die Empfehlung, bei Erkältung und grippalen Infekten Hühnerbrühe zu trinken, doch was konkret sind die tatsächlichen Heileffekte dieses angeblichen Zaubertrunks? Kraftbrühe enthält zahlreiche Vitamine, Mineralien, Aminosäuren (Prolin und Glyzin) und Antioxidantien, insbesondere Kalzium, Magnesium und Phosphor.

Vor allem die beiden Aminosäuren Prolin und Glyzin sind maßgeblich am Heilungsprozess innerer Entzündungen und Verletzungen beteiligt, da sie das Bindegewebe aufbauen und reparieren. Zudem halten sie das Immunsystem in Schach.

Weitere Vorteile des Glyzins:
– es ist maßgeblich an der Bildung der DNA, RNA und Proteinen beteiligt
– unterstützt den Verdauungsprozess, das Nervensystem und die Wundheilung
– trägt zur Entgiftung bei
– reguliert den Blutzuckerspiegel
– fördert den Muskelaufbau
– positive Wirkung auf die Psyche

Weitere Vorteile von Prolin:
– Atherosklerose-Prävention
– fördert die Cholesterol-Abgabe an das Blut
– unterstützt die Bildung von Muskelzellen

In der Paleo-Community wird Kraftbrühe aufgrund ihrer überdurchschnittlich positiven Wirkung auf den Organismus als „Superfood“ bezeichnet.

Um Ihre Kraftbrühe selbst herzustellen, setzen sie Rindermark- oder Hühnerknochen (auch Reste von Mahlzeiten, z.B. abgeknabberte Kotelettknochen oder Hühnerschenkelknochen, die Sie bis zum selbigen Gebrauch getrost einfrieren können) mit kaltem Wasser und ohne Salz in einem großen Topf auf (es ist durchaus von Vorteil, eine große Menge auf Vorrat herzustellen). Falls Sie später eine Rindfleischeinlage wünschen, empfiehlt es sich, eine Beinscheibe oder anderes Suppenfleisch mitzukochen (Hähnchen wirft meist genügend Fleisch ab). Lassen sie das Ganze ohne Deckel lange vor sich hinköcheln und schöpfen Sie gelegentlich den weißen Schaum ab (etwa 3-4 Stunden oder mehr, Sie können auch mehrmals aufkochen). Fügen Sie erst am Ende Gemüse und Ursalz hinzu. Hierfür nehme ich gerne Lauch, Karotten, Sellerie, Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln und Lorbeerblätter. Lassen Sie alles noch einmal bis zu 2 Stunden kochen.

Da ich es selten erwarten kann, ein wenig frische Suppe zu essen, schöpfe ich meine ersten Portionen immer aus dem großen Topf, fülle die fehlende Menge mit Wasser auf und lasse das Ganze vor dem nächsten Essen noch einmal aufkochen. Erst dann schütte ich alles durch einen Sieb, um die restliche Brühe aufzufangen, in Behälter umzufüllen und einzufrieren. Bis auf das Fleisch werfe ich alles Mitgekochte in den Biomüll (auch die markleeren Knochen) und verwende als Einlage dann frisches Gemüse, das ich nur ein paar Minuten beim portionsweisen Aufwärmen der Suppe mitkoche.

Es gibt auch – die mittlerweile von mir vorgezogene – Methode, die Knochen 1 Stunde in einem Schnellkochtopf zu kochen. Das geht fix, man hat sehr viel weniger Dampf in der Küche sowie unliebsame Gerüche im Haus, und die „Ausbeute“, also die aus den Knochen gewonnenen Nährstoffe, ist viel höher als beim normalen Kochen. Das viele Fett, das dadurch ebenso extrahiert wird, können Sie auch portionsweise einfrieren und jeweils der Suppe beigeben. Bei dieser Methode gebe ich alles Mögliche mit ins Wasser, z.B. eingefrorene Gemüsereste wie Karottenenden, vertrockneten Ingwer, Knoblauch- und Zwiebelschalen, Sellerierinde, Grünzeug etc.

Gekochte Knochen können Sie übrigens 2-3 Mal wiederverwenden.

Als Einlage schmecken besonders (alles zusammen oder einzeln):
– Karotten
– Lauch
– Sellerie
– Chinakohl
– Spinat
– Ingwer
– Knoblauch
– Zwiebeln
– Kurkuma
– Petersilie

Jede Portion sollte auch immer ein wenig kleingeschnittenes Fleisch oder Fisch bzw. Meeresfrüchte und/oder Innereien wie Leber enthalten. Die Einlagen lassen sich wunderbar vorbereiten und im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahren, so dass man jeweils nur eine Handvoll in die Suppe geben braucht.

 

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Links zum Thema:
Sarah Ballantynes Artikel über die heilende Wirkung von Kraftbrühe (The Paleo Mom)
Sarah Atshans Brühemanifesto: Tipps zum Brühekochen auf Nurtients, you fools!

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6 Gedanken zu „Kraftbrühe – ein echtes „Superfood“

    1. Maren @ Autoimmun-Paleo Autor

      Lieber Lars,

      Man nehme ein Kilo Markknochen, ein gutes Stück durchwachsenes Suppenfleisch und Suppengemüse wie eine Karotte, eine Stange Lauch, ein Stück Sellerieknolle, Petersilie, eine Pastinake, eine Zwiebel und gebe alles in einen möglichst großen Topf. Kaltes Wasser drauf und lange köcheln lassen (je länger, desto besser). Salz erst später hinzufügen. Am schnellsten geht’s mit einem Schnellkochtopf (die Anschaffung eines solchen ist wirklich Gold wert!). Darin dauert das Ganze etwa 45 Minuten.

      Gutes Gelingen!
      Maren

      Antwort
  1. Bea

    Hallo Maren!

    Diese Brühe klingt verdammt lecker! Allerdings hab ich HIT und oft sogar schon Probleme mit simpler Hühnersuppe (obwohl meine HIT nicht mal ganz so stark ausgeprägt ist). Ich stell mir da die Knochensuppe ziemlich schwierig vor. Gibt es gute Alternativen?

    LG Bea

    Antwort
    1. Maren Autor

      Liebe Bea,

      Danke Dir für den Hinweis! Ich werde einen entsprechenden HIT-Kommentar einfügen, der hier in der Tat fehlt. Das Hauptproblem für HIT-Geplagte ist die lange Kochzeit. Versuch’s mal mit dem Schnellkochtopf und koche das Ganze für nur eine halbe Stunde. HIT ist sehr individuell, aber Betroffene berichten, dass sie mit dem Schnellkochtopf sehr viel besser fahren. Alternativ fallen mir nur Innereien ein, die ebenfalls sehr nährstoffreich sind.

      LG,
      Maren

      Antwort
  2. Marleen

    Hallo liebe Maren,

    toller Blog! Lese mich gerade in AIP ein und du hast mir super weiter geholfen!
    Ich habe auch HIT und AIP wird da nicht ganz so easy umsetzbar sein. Gerade Innereien soll man damit nämlich meiden.
    Ich bin gespannt, ob sich die HIT und alles Andere mit AIP bessern wird.
    Nochmal Danke für diesen tollen Blog!

    LG,
    Marleen

    Antwort
    1. Maren Autor

      Ja, HIT ist ein großes Thema… Du kannst es trotzdem mal mit Brühe probieren, indem Du sie nicht so lange (unter 30mins) in einem Schnellkochtopf herstellst.

      Antwort

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